Ratgeber


Was schwere Beine leichter macht

Was schwere Beine leichter macht

Hilfe bei Venenleiden
Die Venen und Muskeln in unseren Beinen leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Viele tausend Liter Blut pumpen sie täglich in Richtung Herz zurück. Verständlich, dass unsere Beine mal ermüden. Betroffene wissen, was das bedeutet: Sie werden schwer und schwellen womöglich sogar an, meist gegen Abend. Welche Hilfsmittel Sie in Ihrer Apotheke erhalten und 10 Tipps, damit Sie gut durch den Tag kommen.
  • Jucken, Kribbeln, Wadenkrämpfe: die ersten Warnsignale

    Ursachen für ein Venenleiden gibt es viele: Vielleicht gibt es in Ihrer Familie eine Veranlagung zur Bindegewebsschwäche. Auch ein paar Pfunde zu viel und Rauchen begünstigt die Entstehung von Venenleiden. Zu Beginn bemerken Sie ein Kribbeln in den Beinen, Sie spüren ein Spannungsgefühl in den Unterschenkeln, Ihre Knöchel schwellen an und nachts wachen Sie manchmal wegen eines Wadenkrampfes auf. Dies sind möglicherweise die ersten Zeichen für eine chronische Venenerkrankung.

    Tipp: Sie haben viele Möglichkeiten, selbst etwas gegen schwere Beine zu tun! Informieren Sie sich zum Beispiel auf den Seiten der Deutschen Venen-Liga über vorbeugende Übungen, die Sie am Arbeitsplatz oder in Ihrer Freizeit problemlos machen können. Nutzen Sie das Verzeichnis für Gefäßspezialisten, so genannte Phlebologen, oder tauschen Sie sich online mit anderen Betroffenen aus.

    Gar nicht wie zu Großmutters Zeiten: Stütz- und Kompressionsstrümpfe

    Damit sich aus einer leichten Venenschwäche gar nicht erst unschöne Krampfadern entwickeln, ist das Tragen von Stütz- und Kompressionsstrümpfen sinnvoll. Die lästigen Besenreißer bilden sich zwar nicht zurück, aber die Durchblutung in Ihren Beinen verbessert sich sofort. Stützstrümpfe erhalten Sie frei verkäuflich im Handel. Sie eignen sich vorrangig für venengesunde Menschen. Kompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Kompressionsklassen. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten genau auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert sein. Konsultieren Sie Ihren Arzt, er berät Sie über Ihre Möglichkeiten und kann Ihnen bei Bedarf ein Rezept ausstellen.

    Anders als früher haben Sie eine große Auswahl an Strumpflängen und -ausführungen; ob bis zum Knie oder hüftlang, ob hauchzart oder blickdicht – Ihnen steht eine Vielzahl von Modellen in trendigen Farben zur Verfügung.

    Tipp: Speziell für die Reisezeit gibt es kurze Kompressionsstrümpfe, mit denen Sie das lange Sitzen in Bus oder Flugzeug fast nicht bemerken. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke oder im Sanitätshandel.

    Wirkstoff und Massage: die Behandlung mit Salben und Cremes

    Schnelle Linderung bei geschwollenen Beinen verschaffen Ihnen kühlende Gele und Cremes mit abschwellenden und schmerzlindernden Wirkstoffen wie Heparin, Aescin aus der Rosskastanie oder einem Extrakt aus dem roten Weinlaub (zum Beispiel Vetren® Salbe, Reparil® Gel N, Antistax® Venencreme). Informieren Sie sich in ihrer Apotheke, welcher Wirkstoff für Sie in Frage kommt.

    Tipp: Kombinieren Sie ein abschwellendes Gel oder eine wohltuende Salbe mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen. Das Gewebe nimmt bei gründlicher Handwäsche der Strümpfe keinen Schaden.

    Hilfe aus der Natur: pflanzliche Arzneimittel

    Den Wasseransammlungen (Ödeme) im Bereich der Knöchel und Unterschenkel können Sie mit einer großen Palette an Wirkstoffen aus der Natur zu Leibe rücken: Tabletten mit einem Trockenextrakt aus Rosskastaniensamen wie zum Beispiel Venoplant® retard S, Aescusan® retard, Venentabs-ratiopharm® helfen bei Schwere- und Spannungsgefühl, Schmerzen und Wadenkrämpfen. Zubereitungen aus dem roten Weinlaub und den Wurzeln des Stechenden Mäusedorns regen die Blutzirkulation an und beugen Ödemen vor (zum Beispiel Antistax® extra Venentabletten, Phlebodril® Venenkapseln). Der gefäßabdichtende Inhaltsstoff Rutin ist in Buchweizenextrakten und den Knospen des Japanischen Perlschnurbaums enthalten und verhindert den Wasserdurchtritt ins Bindegewebe (zum Beispiel Troxerutin-ratiopharm® 300 mg Weichkapseln, Veno SL® 300 Hartkapseln).

    Hinweis: Für alle pflanzlichen Arzneimittel gilt: Sie müssen etwas Geduld mitbringen, da ein Behandlungserfolg erst nach einigen Wochen zu erwarten ist.

    Mit diesen 10 Tipps kommen Sie leichter durch den Tag:

    • Halten Sie sich am besten an das Motto „Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen“. Sie werden merken: Bald bessern sich Ihre Beschwerden.

    • Tragen Sie so oft wie möglich flache Schuhe. Hohe Schuhe behindern die Pumparbeit der Beinmuskulatur.

    • Bauen Sie so viel Bewegung wie möglich in Ihren Alltag ein: Nehmen Sie die Treppe statt dem Aufzug, fahren Sie kleinere Strecken mit dem Rad und legen Sie spätestens alle zwei Stunden eine Bewegungspause ein.

    • Nutzen sie das große Angebot an Gymnastikkursen, entweder in einem Studio vor Ort oder ganz bequem zu Hause am Computer: Geben Sie das Stichwort „Venengymnastik“ ein. Sie werden verblüfft sein, wie viele Videos zum Mitmachen es gibt.

    • Lagern Sie die Beine wann immer möglich hoch. So regen Sie den venösen Rückfluss an.

    • Kaltes Abwaschen der Beine ist im Sommer besonders angenehm. Verzichten Sie dabei ruhig auf das Abtrocknen.

    • Achten Sie darauf, dass Socken oder Hosen an den Knöcheln und in den Kniekehlen nicht einschnüren.

    • Schlagen Sie nicht die Beine übereinander, wenn Sie sitzen.

    • Entdecken Sie Sport für sich: Wollten Sie nicht schon lange einen Tanzkurs belegen? Oder schließen Sie sich der örtlichen Nordic Walking-Gruppe an. Auch Schwimmen, Rad fahren und wandern eignen sich zur Vorbeugung von Venenleiden.

    • Meiden Sie große Hitze. Ab und zu ein Gang in die Sauna ist unproblematisch, aber lange Wannenbäder oder Aufenthalte in der Sonne verstärken Ihre Beschwerden.

    Quelle: Claudia Bruhn: Nichts versacken lassen, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 22/2017 vom 01.06.2017.


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Lippenherpes selbst behandeln

Lippenherpes selbst behandeln

Rezeptfreie Hilfe aus der Apotheke
Endlich Ferien! Doch bei der Fahrt zum Flughafen bemerken Sie ein unangenehmes Ziehen und Kribbeln an den Lippen. Stress, Erschöpfung oder eine Klimaveränderung reichen aus, um den schlummernden Herpes-Virus zu aktivieren. Was Sie gegen das Spannungsgefühl und die unschönen Bläschen tun können.
  • Zur richtigen Zeit das richtige Präparat

    Häufig bereits im Kindesalter infizieren sich neun von zehn Menschen unbemerkt mit dem Herpesvirus. Viele Virusträger leben ihr ganzes Leben unbehelligt, nur bei einigen Menschen wird die Infektion mit dem Herpes simplex Typ-1-Virus zum wiederkehrenden Ärgernis.

    Kribbeln, Brennen und ein Spannungsgefühl im Lippenbereich – das sind die ersten Anzeichen für einen Herpes-Ausbruch. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, ist die erste Wahl in diesem frühen Stadium eine Salbe, die Sie lokal auf die schmerzende Stelle auftragen. Präparate mit den Wirkstoffen Aciclovir (zum Beispiel Zovirax® Lippenherpescreme) und Penciclovir (zum Beispiel Pencivir®) erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Beide verhindern die Virusvermehrung und Sie dürfen die Cremes bis zu sechsmal am Tag auftragen. Für die ersten Tage eines Herpes-Ausbruchs eignet sich auch eine Lippencreme mit dem Wirkstoff Docosanol (zum Beispiel Muxan®).

    Tipp: Das rezeptfreie Kombinationspräparat Zovirax® Duo enthält zusätzlich 1 Prozent Hydrokortison für ein schnelles Abheilen der Wunde.

    Wenn die Bläschen da sind: austrocknen und heilen

    Die Lippenbläschen sind nicht nur unschön, sie enthalten auch eine große Anzahl infektiöser Viren. Nach 3 bis 4 Tagen platzen die Bläschen auf und hinterlassen schmerzhafte Wunden. Am besten verwenden Sie Zink-haltige Gele wie zum Beispiel Virudermin® Gel, Widmer® Lipactin Gel. Auch Silizium-Gele binden die Wundflüssigkeit zuverlässig (zum Beispiel SOS® Lippen-Herpes-Gel). Eine Ansteckung mit Bakterien vermeiden Sie mit Cremes, die die Wirkstoffe Clioquinol (zum Beispiel Linola® sept) oder Tyrothricin (zum Beispiel Tyrosur®) enthalten.

    Hinweis: Vermeiden Sie in dieser Phase unbedingt den engen Körperkontakt mit anderen Menschen. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie Neugeborene, Senioren oder Krebspatienten kann der Kontakt mit Herpesviren sogar gefährlich sein.

    Machen Sie Herpes unsichtbar: abkleben und überschminken

    In Ihrer Apotheke erhalten Sie kleine Pflaster oder Herpespatches, mit deren Hilfe die Herpesbläschen fast verschwinden. Die Minipflaster schützen Ihre Lippen vor einer bakteriellen Entzündung und Ihre Mitmenschen vor einer versehentlichen Übertragung des Virus. Die Herpespflaster fördern mit der enthaltenen Hydrokolloidschicht das Abheilen der Wunde (zum Beispiel Zoviprotect® Lippenherpes Patch, Compeed® Herpesbläschen Pflaster, Herpes-Patch Wund med®) und lindern den unangenehmen Juckreiz.

    Tipp: Die Herpespflaster lassen sich problemlos mit Make-up oder Lippenstift überschminken.

    Homöopathie bei Herpes: Ihr Apotheker berät Sie

    Sind Sie auf der Suche nach einer Alternative zur Schulmedizin? Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker zum geeigneten Wirkstoff und zur Dosierung von homöopathischen Mitteln wie beispielsweise Rhus toxicodendron, Dulcamara oder Hepar sulfuris beraten.

    Hinweis: Die Selbstmedikation bei Herpes hat Grenzen. Heilt der Lippenherpes auch nach einer Woche nicht ab, bildet sich in den Bläschen Eiter oder kommt sogar Fieber hinzu, ist ein Besuch beim Arzt dringend anzuraten.

    Ein paar Verhaltensregeln, wenn Sie merken, dass ein Herpes-Ausbruch droht:

    • Berühren Sie die Lippenbläschen nicht.

    • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf und vermeiden Sie unbedingt, dass Sie den Virus auf die Augen übertragen. Am besten tragen Sie in der Zeit eines Herpes-Ausbruchs keine Kontaktlinsen.

    • Vermeiden Sie von sich aus engen Kontakt mit anderen Menschen, ganz besonders mit Schwangeren und Kleinkindern.

    • Teilen Sie auf keinen Fall Besteck, Tassen, Handtücher, Waschlappen oder Kosmetika mit anderen Mitgliedern Ihres Haushalts.

    • Meiden Sie starkes Sonnenlicht und verwenden Sie einen Sunblocker für die Lippen.

    Quelle: Dr. Claudia Bruhn: Lucky lips, Deutsche Apotheker Zeitung, Seite 32, Ausgabe 21/2018 vom 24.05.2018.


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Rund ums Thema Reiseapotheke

Rund ums Thema Reiseapotheke

Gut vorbereitet in den Urlaub
Wenn einer eine Reise macht, dann wird er was erleben. Damit der lang ersehnte Urlaub keine bösen Überraschungen für Sie bereithält, denken Sie am besten frühzeitig an die Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke. Genauso individuell wie Ihre Ferien ist auch der Inhalt Ihrer Reiseapotheke. Was auf jeden Fall in den Koffer gehört und welche einfachen Regeln Ihnen zu einem entspannten Urlaub verhelfen.
  • Dürfen nie fehlen: Mittel gegen Fieber & Schmerzen

    Schnell ist es passiert: Sie bekommen Zugluft bei der Busfahrt ab oder schlafen auf ungewohnten Matratzen: Lassen Sie sich von Kopf- oder Nackenschmerzen nicht den Urlaubstag verderben! Gegen Fieber und Schmerzen sind Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen die Mittel der Wahl, als Filmtabletten (zum Beispiel Ibubeta® akut) oder als Schmelztabletten zum Lutschen (zum Beispiel Nurofen® Schmelztabletten Lemon ab sechs Jahren). Auch stillende Mütter und Kinder ab einem Körpergewicht von 5 Kilogramm dürfen Ibuprofen einnehmen. Wenn Sie mit Säuglingen oder Kleinkindern auf Reisen gehen, haben Sie die Wahl zwischen einem Saft oder Zäpfchen (zum Beispiel Nurofen® Junior 60 mg). Bewahren Sie Säfte und Zäpfchen unter 25 Grad auf, sonst verlieren sie ihre Wirksamkeit. Für Schwangere sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol empfohlen.

    Hinweis: Denken Sie bei Flugreisen daran, dass nur Flüssigkeiten bis 100 Milliliter im Handgepäck erlaubt sind.

    Wenn man zu oft muss: Durchfall

    Sie haben einige Möglichkeiten, damit es gar nicht erst zum unangenehmen Durchfall kommt: Waschen Sie sich vor jeder Mahlzeit und nach jedem Gang zur Toilette gründlich die Hände. Bevorzugen Sie Speisen, die gekocht wurden oder die Sie schälen können.

    Erwischt Sie trotz aller Vorsicht Montezumas Rache, ist es wichtig, dass Sie den Verlust an Flüssigkeit und Mineralien schnell wieder ausgleichen. Elektrolytersatz-Präparate wie zum Beispiel Oralpädon® oder Elotrans® gehören unbedingt in Ihre Reiseapotheke. Denn nicht immer ist eine Brühe oder ein Tee auf Reisen greifbar.

    Bei stark erhöhter Stuhlfrequenz ohne weitere Komplikationen stehen Präparate mit dem Wirkstoff Loperamid in vielen Darreichungsformen bereit: als Hartkapseln, Tabletten, Brause- Schmelztabletten und als Lösung. Loperamid ist ab einem Alter von 2 Jahren zugelassen. Erwachsenen stehen zusätzlich Mittel mit dem Wirkstoff Racecadotril (zum Beispiel Vaprino®) zur Verfügung.

    Tipp: Packen Sie für den Fall, dass unterwegs keine Seife zur Verfügung steht, eine kleine Flasche Waschgel mit in Ihre Tasche.

    Nicht nur bei Schiffsreisen wichtig: Arzneimittel gegen Übelkeit & Erbrechen

    Medikamente aus der Gruppe der Antiemetika helfen gegen starkes Erbrechen auf Grund einer Magenschleimhautentzündung und auch gegen Reiseübelkeit, wie sie bei Autofahrten oder Schiffsreisen auftreten kann. Gängige Präparate sind zum Beispiel Vomex® und Superpep® Reise-Kaugummis. Einen Nachteil haben die meisten Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen: Sie machen müde. Planen Sie also ausreichend Pausen für Ihre Fahrt ein.

    Tipp: Einige Verhaltensregeln helfen Ihnen und den Mitreisenden auf der Rückbank im Auto, dass kein Unwohlsein entsteht: Während der Fahrt nicht lesen – auch keine Straßenkarte –, am besten in Fahrtrichtung sitzen und nach draußen blicken. Das lenkt ab und Ihr Gleichgewichtsorgan kommt nicht durcheinander.

    Hilfe gegen fliegende Plagegeister: Mückenschutz

    Am wirksamsten beugen Sie Insektenstichen mit einem konsequenten und sorgfältig aufgetragenen Mückenschutz vor. Stiche sind nicht nur lästig und jucken, Mücken und Fliegen übertragen in manchen Ländern auch gefährliche Infektionskrankheiten. Besonders wirksam gegen die Malaria-übertragende Anophelesmücke sind Präparate mit dem Wirkstoff DEET, der zum Beispiel in Nobite® und Anti Brumm® forte enthalten ist.

    Icaridin-haltige Mückenschutzmittel sind für Reisen in unseren Breitengraden sinnvoll, da diese Präparate die Haut weniger reizen. Beide Wirkstoffe wirken zusätzlich gegen Zecken, so dass Sie kein weiteres Schutzspray benötigen.

    Tipp: Säuglinge schützen Sie am besten mit einem Moskitonetz und lockerer, heller Bekleidung, die Arme und Beine bedeckt.

    Sonnenschutz mit Hut und Creme

    Wählen Sie Ihren Sonnenschutz entsprechend dem Reiseziel und Ihrem Hauttyp aus. Achten Sie dabei auf den aufgedruckten Lichtschutzfaktor. Auch dürfen Sie nicht vergessen, eine passende Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutzzeichen sowie lockere Kleidung in den Koffer zu packen.

    Tipp: In Ihrer Apotheke berät man Sie, welche Sonnenschutz-Produkte zu Ihrem Hauttyp passen.

    Vorbeugen ist besser als behandeln

    Lassen Sie regelmäßig Ihre Impfungen vom Hausarzt überprüfen und frischen Sie den Impfschutz eventuell auf. Je nach Reiseziel kann eine zusätzliche Impfung gegen bestimmte Infektionskrankheiten wie Gelbfieber oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sinnvoll sein.

    Tipp: Das Robert Koch-Institut bietet auf seiner Webseite Informationen zu den aktuellen Impfempfehlungen. Hinweise zu besonderen gesundheitlichen Risiken wie zum Beispiel dem brasilianischen Zika-Virus sowie Sicherheitswarnungen erhalten Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

    Quelle: Dr. Karin Schmiedel: Das muss mit, DAZ, Ausgabe 12/2017.

    Eine hilfreiche Checkliste für Ihre Reiseapotheke stellt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zur Verfügung.


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Wundversorgung leicht gemacht

Wundversorgung leicht gemacht

Pflaster, Kompressen & Co
Ein Schnitt mit dem Küchenmesser oder eine Schürfwunde am Knie – sicher hat Jeder schon einmal eine Wunde behandeln müssen. Es ist nicht einfach, im großen Angebot an Reinigungslösungen, Pflastern und Kompressen die Übersicht zu behalten. Worauf Sie beim Versorgen von Wunden achten sollten und welche Hilfsmittel Sie in der Apotheke bekommen.
  • Am Anfang steht die Wundreinigung

    Nur saubere Wunden heilen problemlos und ohne große Narben aus. Zum Säubern benutzt man Wundspüllösungen, die Bakterien und Fremdkörper aus der Wunde herausschwemmen. Es eignen sich dafür physiologische Kochsalzlösung (0,9-prozentig) oder Ringerlösung, die zusätzlich Elektrolyte enthält und für eine längere Spülanwendung gedacht ist. Produkte, die Sie in Ihrer Apotheke erhalten, sind zum Beispiel Urgo® steriles Kochsalzlösungsspray, ActiMaris® sensitiv und KerraSol® Lösung/Spray.

    Hinweis: In unkonservierter Form ist eine Wundspüllösung nach Anbruch schnell zu verbrauchen. Lösungen mit Konservierungsmitteln halten mehrere Wochen, wenn Sie den Inhalt hygienisch entnehmen. Aber Achtung: Konservierungsmittel töten keine Keime in entzündeten Wunden ab!

    Reinigung und Antisepsis in einem: Wunddesinfektionsmittel

    Wundantiseptika sind in der Lage, Wunden nicht nur auszuspülen, sondern sie beseitigen gleichzeitig die Erreger von Entzündungen. Geeignete Produkte enthalten entweder den Wirkstoff Octenidin (zum Beispiel 0,1 Protzent in Octenisept®) oder Polihexanid (zum Beispiel 0,02 oder 0,04 Prozent in Serasept® 1/2). Octenidin wirkt mit 1 bis 2 Minuten schneller als Polihexanid, welches derzeit das einzige Antiseptikum mit wundheilungsfördernder Wirkung ist.

    Hinweis: Produkte auf Jod-Basis wie zum Beispiel Betaisodona® und Braunovidon® wirken zwar schnell und sind auch auf Knorpelgewebe erlaubt, sie haben aber Nachteile wie die braune Verfärbung der Wunde. Sie dürfen diese Produkte nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind oder unter einer Schilddrüsenerkrankung leiden.

    Erstversorgung mit Kompressen

    Für die Erstversorgung von blutenden Wunden eignen sich sterile Mullkompressen, die rasch Flüssigkeit aufsaugen und mit denen Sie die Umgebung der Wunde reinigen können. Sobald der Heilungsprozess bei einer Verletzung begonnen hat, kommen Saugkompressen zum Einsatz. Die Vlieshülle aus glatten, synthetischen Fasern umschließt einen saugfähigen Kern aus Zellstoff oder Watte (zum Beispiel Cutisorb®, Urgo® Pad, Zetuvit®). Durchlässige Kunststoffnetze oder die Bedampfung mit Aluminium verhindern, dass die Auflage mit der Wunde verklebt (zum Beispiel Askina® Pad, Solvaline N® sowie Aluderm®, Alumin®).

    Tipp: Saugkompressen bieten Ihnen eine preiswerte und sinnvolle Alternative, wenn absehbar ist, dass Sie häufig den Verband wechseln.

    Der Klassiker: Pflaster

    In den Finger geschnitten? Ein aufgeschürfter Ellenbogen? Pflaster (Wundschnellverbände) in verschiedenen Größen helfen Ihnen unkompliziert und rasch bei der Behandlung kleiner Verletzungen. Ob Sie zur elastischen Pflastervariante greifen, hängt vom Ort der Verletzung ab. Wasserfeste Wundschnellverbände sind atmungsaktiv und gegebenenfalls mit antibakteriell wirkenden Metallen beschichtet (zum Beispiel Hansaplast® Med, aluderm-aluplast®).

    Eine moderne Weiterentwicklung stellen die so genannten Wunddistanzgitter dar: Sie sind für Schürfwunden, chronische Wunden und Verbrennungen gedacht und besitzen eventuell eine hautfreundliche Beschichtung. Dadurch können Wunddistanzgitter mehrere Tage auf der Wunde verbleiben und Sie müssen nur den darüberliegenden Verband wechseln.

    Tipp: Für besondere Zwecke erhalten Sie in Ihrer Apotheke bereits vorgeschnittene Pflaster. So verarzten Sie Blasen an den Füßen oder Schnitte an der Fingerkuppe noch effektiver.

    Hydrogele, Kolloide und Algenextrakte: die moderne Wundversorgung

    Eine hydroaktive Wundversorgung schafft beste Bedingungen für eine schnelle Heilung: ein feucht-warmes Wundklima über längere Zeit, kein Verkleben und das Aufsaugen von Sekret. Hydroaktive Auflagen oder Gele werden aus natürlichen Seealgen-Bestandteilen (zum Beispiel Askina® Sorb, Sorbsan®) oder Hydrokolloiden gewonnen, die einerseits Feuchtigkeit abgeben und andererseits Wundsekret aufnehmen, zum Beispiel Hyalofill®-F /Hyalomatrix, Tegaderm® 3M® Hydrogel, GoTa®-derm foam/thin. Spezielle Schaumverbände sind in der Lage, eine besonders große Menge Wundsekret aufzunehmen und die Verletzung sicher abzupolstern (zum Beispiel Eco-Foom®, UrgoTül® Foam Border, Kendall® Schaumverband).

    Tipp: Hydrokolloidpflaster erhalten Sie in handlichen Größen und praktischen Abpackungen in der Apotheke (zum Beispiel Ratioline® Gelpflaster, Dermaplast® Hydro Schürfwundenpflaster). Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, welches Pflaster für Ihre Bedürfnisse das beste ist.

    Welche Anforderungen muss der ideale Wundverband erfüllen?

    • Er sorgt für ein feucht-warmes Milieu ohne Austrocknung im Wundbereich.

    • Überschüssiges Sekret aus der Wunde nimmt er auf.

    • Für Luft ist der Wundverband durchlässig, aber Keime gelangen von außen nicht in die Wunde.

    • Der Verband kann ohne Schmerzen gewechselt werden, weil er nicht mit der Wunde verklebt.

    • Es lösen sich keine Fasern oder Partikel vom Verband und verschmutzen die Wunde.

    Quelle: Ralf Schlenger: Zwischen traditionell und hydroaktiv, Deutsche Apotheker Zeitung, Ausgabe 17/2018, April 2018.


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Antibiotikumsaft mit Löffel

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Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

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